Fortsetzung von Teil 1: Verkehrstechnisch wird die Gigafactory eine riesige Herausforderung. Täglich sollen tausende, später zehntausende Mitarbeiter zur Fabrik kommen. Tausende LkWs und zwei Dutzend Güterzüge sollen täglich Material liefern und fertige Produkte abtransportieren. Doch im Landtag stellen wir im Ausschuss immer wieder fest: Bei der Verkehrsanbindung hapert es gewaltig:

 
Die A10 ist in dem Bereich zwar sechsspurig, aber das bringt für die Anbindung nichts. Denn wer von der Autobahn zur Gigafactory fahren will, hat aktuell nur eine einzige Ausfahrt: Freienbrink. Die führt auf eine einfache Landstraße (L38) mit nur einer Spur in jede Richtung. Folglich ist es egal, wie hoch die vorherige Kapazität der Autobahn ist – die Ausfahrt und die anschließende Landstraße werden zum Flaschenhals und zur Staufalle. Daher ist eigentlich auch ein Ausbau der L38 und eine zweite Autobahnausfahrt im Norden geplant – aber real passiert ist dort bisher nichts, während die Fabrik in einem halben Jahr eröffnen soll.
 
Die von Fürstenwalde kommende A12 ist zudem nur vierspurig und schon jetzt regelmäßig wegen des Verkehrs mit Polen überlastet. Das mag jetzt in Corona-Zeiten nicht der Fall sein, wird aber wieder kommen.
 
Wer mit dem Auto aus Köpenick, Wilhelmshagen, oder Erkner zur Gigafactory will, muss erstmal zur Autobahn kommen – und fährt dafür in Erkner durch mehrere Nadelöhre. Etwa den im Berufsverkehr schon jetzt dauerüberlasteten Kreisverkehr am Bahnhof, der im Video im Hintergrund zu sehen ist.
 
Der aktuelle Bahnhof Fangschleuse ist mit 3 km zu weit entfernt für Fußgänger. Täglich eine Stunde Fußmarsch bei Wind und Wetter wird kaum jemand akzeptieren. Zudem ist der Bahnsteig zu kurz für die geplanten längeren RE1-Züge. Also müsste umgebaut werden. Allerdings ist ohnehin geplant, dass der ganze Bahnhof näher an die Tesla-Gigafactory verlegt werden soll. Also entweder Provisorium oder gleich zeitnahe Verlegung des Bahnhofs. Doch die Lösung der Landesregierung: Es passiert seit einem Jahr gar nichts …