Folge 2: Was würde Tesla-Chef Elon Musk in Sachen Trinkwasserschutz an der Gigafactory tun, wenn er an Stelle von Dietmar Woidke in der Landesregierung Brandenburg säße? Die Gigafactory Grünheide liegt in einem Trinkwasserschutzgebiet. Tesla wurde daher heftig kritisiert, als für den Bau des Fundaments über 500 Pfähle ohne Genehmigung bis ins Grundwasser gerammt wurden. Hier muss das Land eine gründliche Voruntersuchung durchführen und anschießend entscheiden, eine Genehmigung gegebenenfalls mit Auflagen zum Grundwasserschutz zu erteilen. Denn die Trinkwasserversorgung der ganzen Region mit 166.000 Einwohnern ist schon jetzt „auf Kante genäht“, wie wir bereits in der ersten Folge feststellten.

Auch Teslas eigene Trinkwasserversorgung hängt unter anderem von der Förderung aus dem Trinkwasserschutzgebiet ab, auf dem die Gigafactory nun errichtet wird. Die Pumpstation Hohenbinde liegt nur 1,5 km entfernt in Fließrichtung des Grundwassers. Ein paar Wochen bei der Baugenehmigung abzukürzen, könnte also am Ende den Betrieb der ganzen Fabrik gefährden. Möglicherweise war dieser Fehler neben der unbezahlten Wasserrechnung ein Grund dafür, dass der bisherige Bauleiter durch Tesla gefeuert wurde. Zukünftig muss erst gründlich analysiert werden, bevor gehandelt wird. Denn die vielleicht notwendigen Betonwannen gegen Einsickern wassergefährdender Stoffe lassen sich nachträglich kaum einbauen, wenn das darüber liegende Gebäude schon fertig ist. Und wenn deshalb die endgültige Genehmigung am Ende verwehrt werden muss, wurden hunderte Millionen umsonst in den den Märkischen Sand gesetzt – was sicher nicht im Interesse von Tesla oder Elon Musk wäre …

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Zur Großen Anfrage „Qualitätsmanagement in den dienstleistenden Verwaltungen des Landes Brandenburg im Umgang mit Industrie- und Gewerbeansiedlungen“