In der Aktuellen Stunde der 55. Sitzung des Landtages Brandenburg wurde diskutiert, wie sich Corona-Maßnahmen auf die Bildung auswirken und wie negativen Folgen entgegengewirkt werden kann.

Die Corona-Krise stellt Kinder und Jugendliche wie auch Lehrer vor zahlreiche Herausforderungen. Sie führt häufig zu Verunsicherung und Überforderung.

Studien zufolge nahmen zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen während der Eindämmungsmaßnahmen die Schule und das Lernen als anstrengender wahr als vor der Pandemie. Die angespannte Situation führt häufiger zu Streit, und auch Straftaten in Zusammenhang mit häuslicher Gewalt haben zugenommen.

Durch die Pandemie sind zudem Lernrückstände entstanden, die aufgeholt werden müssen. Dabei sollte allerdings auch Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen genommen werden. Denn Kinder benötigen Zeit zum Erholen und Spielen, um sich zu entwickeln.

Angesichts der geschilderten Unterstützungsbedarfe verwies die Koalition auf das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“. Durch das Programm stehen Brandenburg zwei Jahre lang 68,7 Millionen Euro zur Verfügung, um pandemiebedingte Lernrückstände abzubauen und die soziale Kompetenzentwicklung zu stärken.

Die Landesregierung räumte ein, dass die Eindämmungsmaßnahmen den Kindern und Jugendlichen viel abverlangt haben. Sie wies darauf hin, sich mit verschiedenen Fachkräften darüber beraten zu haben, wie man Kindern und Jugendlichen am besten helfen könnte. So solle man sich auf Basiskompetenzen (vor allem Deutsch und Mathe), aber auch auf psychosoziale Befindlichkeiten konzentrieren und das Personal verstärken. Lernstandsanalysen sollen genutzt werden, um ein zielgerichtetes Handeln zu ermöglichen. Zudem solle die Digitalisierung weiter unterstützt werden.

Die BVB / FREIE WÄHLER Fraktion hält es vor allem für wichtig, Maßnahmen kindgerecht abzustimmen. Der Fraktionsvorsitzende Péter Vida dazu: „Jung sein ist viel mehr als Schule, daher müssen wir den Fokus nicht nur auf Schul- und Lehreinrichtungen legen, sondern wir müssen Kindern und Jugendlichen ganzheitlich helfen, um mit den vielfältigen Auswirkungen auf Bildung, soziale Interaktion und sozio-emotionale Entwicklung insbesondere nach der Pandemie klarzukommen. Deswegen benötigen wir eine nachhaltige, inklusive Kinder- und Jugendpolitik auf Basis der Schutz- und Förderrechte und für die Zeit nach der Pandemie einen spürbaren Ausbau der Beteiligungsrechte junger Menschen.“

Redebeitrag von Péter Vida