Der aktuelle Vorfall um den Sänger Gil Ofarim in Leipzig zeigt deutlich, wie wichtig die Stärkung des jüdischen Lebens ist und die Bekämpfung von Antisemitismus ist und bleibt. Der Fall Ofarim machte gestern bundesweit Schlagzeilen, weil der Sänger einen Davidstern an einer Kette trug und Hotelmitarbeiter ihn deshalb offenbar nicht einchecken lassen wollten.

Um solche Fälle zu vermeiden, brauchen wir eine Stärkung des jüdischen Lebens und der jüdischen Kultur auch in Brandenburg. Deshalb fordern wir die Aufnahme eines entsprechenden Artikels in die Landesverfassung.

Anders als die Regierungskoalition aus SPD, CDU und Grünen wollen wir auch explizit die jüdische Kultur fördern. Deshalb haben wir einen Änderungsantrag in den Hauptausschuss eingebracht, der noch weiter wirkt als der Antrag der Koalition. Die Stärkung jüdischen Lebens funktioniert nur mit der Stärkung der jüdischen Kultur. Das haben auch die Anzuhörenden bestätigt. Der von uns benannte Anzuhörende Ariel Kirzon, Rabbiner und Mitglied des Landesverband der Jüdischen Gemeinden Land Brandenburg, hat ebenfalls unterstrichen, dass die Stärkung jüdischen Lebens eine politische Forderung ist, die richtig und selbstverständlich ist.

Es ist die jüdische Kultur, die nach außen tritt und das jüdische Leben wahrnehmbar macht. Gerade die Kultur zu etablieren und zu stärken, lässt jüdische Mitbürger als gleichberechtigtes Glied unserer Gesellschaft präsent werden.

Die Anzuhörenden im Hauptausschuss haben überwiegend darauf aufmerksam gemacht, dass unser Antrag wichtig ist. Es ist nicht ausreichend, nur das jüdische Leben zu schützen, so wie es der Antrag der Koalition vorsieht. Es muss auch explizit die jüdische Kultur geschützt werden, um die jüdische Gesellschaft vollumfänglich in die Gesellschaft zu etablieren.