Péter Vida (BVB / FREIE WÄHLER) spricht in der Aktuellen Sunde zu den Lehren und Konsequenzen aus den deutschen Auslandseinsätzen

Nach rund 20 Jahren Auslandseinsatz verlief der Abzug der Bundeswehr unvorbereitet. Sie ließ im Chaos in großen Mengen Kriegsmaterial wurde zurück, Soldaten, Zivilisten und gefährdete Ortskräfte strandeten in Kabul, während es von den Taliban besetzt wurde. Die deutschen Ministerien seien vom Vormarsch und der Eroberung der Hauptstadt komplett überrascht worden, so die offizielle Position der Bundesregierung.

Klar ist jedoch, dass es seit Jahren in Afghanistan Warnungen gab. Nicht nur von Botschaften und Geheimdiensten, sondern auch aus offiziellen Quellen und den Nachrichten. Seit Monaten kann man nachverfolgen wie eine Region nach der anderen an die Taliban fiel. Dass man von der Gefahr nichts ahnte, ist nicht glaubwürdig. Daher muss der Bundestag nach der Bundestagswahl einen Untersuchungsausschuss einrichten, der die unrühmliche Rolle von Außenministerium und Verteidigungsministerium samt der zuständigen Minister Maas und Kramp-Karrenbauer durchleuchtet.

Eine weitere Lehre: Von außen mittels Militär durchgesetzte Regime-Wechsel zur Einführung von Demokratie und westlichen Werten funktionieren nicht. Stattdessen sind sie kostspielig und fordern die Leben vieler beteiligter Soldaten. Am Ende ist die Situation trotz all der Opfer oft nicht besser als zuvor. In Mali nahm die Zahl der Anschläge nach Jahren des Bundeswehreinsatzes nicht ab. Sie verfünffachte sich stattdessen. Die Einsätze auf anderen Kontinenten sollten daher beendet werden.