Kleine Anfrage zum BER: Trotz Corona-bedingt erheblich reduziertem Flugbetrieb sind viele Zufahrtsstraßen schon jetzt an der Belastungsgrenze

Der Landtagsabgeordnete von BVB / FREIE WÄHLER, Matthias Stefke, hat die Landesregierung zur Verkehrsbelastung auf den Zufahrtsstraßen des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) befragt. Hintergrund für die Anfrage war die zunehmende Verkehrsbelastung und Staugefahr auf allen Zufahrtswegen zum BER. Ernüchterndes Fazit: Die Landesregierung hat die Verkehrsproblematik nicht auf dem Schirm. Man kann die Antworten in 5 Stichpunkten zusammenfassen:

  • letzte Verkehrszählung 2015
  • keine Verkehrszählungen in den letzten 5 Jahren
  • fehlende Prognosen über Entwicklung des Verkehrsaufkommens in den kommenden Jahren
  • keine Erkenntnisse über die Nutzung und Belastung von Ausweichstrecken
  • derzeit erfolgt die Anreise zu 60 % mit dem ÖPNV; Ziel ist die Individualanreise mit Bus und Bahn zu 70 %

Das Flugverkehrsaufkommen wird noch lange nicht sein Vor-Corona-Niveau erreichen, aber die Zufahrtsstraßen haben die Belastbarkeitsgrenze schon jetzt erreicht. Offensichtlich blendet die Landesregierung aus, dass die Zufahrten zum BER zu den am meisten befahrenen Pendlerstrecken nach Berlin gehören. Mittendrin befindet sich zudem das Amazon-Logistikzentrum.

Perspektivisch muss eine vernünftige Verkehrskonzeption erarbeitet und umgesetzt werden, denn auch die Belastung der Einwohner*innen in den Anrainerkommunen mit Verkehr, Lärm und Immissionen ist schon jetzt erheblich. Was soll das erst werden, wenn der BER unter Volllast fährt?

Matthias Stefke: „Man fühlt sich bei der Antwort der Landesregierung an die Comic-Figur ‚ALF‘ erinnert, für den auch alles ‚Null Problemo‘ gewesen ist. Schon die heutige Ist-Situation lässt daran jedoch erhebliche Zweifel aufkommen“.

Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Verkehrsbelastung auf den Zufahrtsstraßen des BER“