Rede von Matthias Stefke in Textform:

Herr Abg. Stefke (BVB/FW):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer an den Bildschirmen! Kultur ist unverzichtbar und wichtig. Wie wichtig, wird uns gerade in dieser herausfordernden Zeit überdeutlich. Da ist es nur zu begrüßen, dass bei Kultur nicht nur an Museen, Galerien, Opern und Konzerthäuser oder Theater gedacht wird, sondern auch diejenigen hier nicht in Vergessenheit geraten, die ebenfalls ein wichtiger Teil unserer Kulturlandschaft sind, die aber geräuschloser, leider oft auch unbemerkt und in der Regel ehrenamtlich arbeiten.

Gemeint sind die, die sich als Schatzhüter eines vielfältigen kulturellen Erbes verstehen und betätigen: Ortschronisten, Heimatforscher, Denkmalpfleger und Bodendenkmalpfleger. Ihnen allen vom Landtag aus Dank auszusprechen ist mehr als angebracht! Die Zahl derjenigen, die sich unentgeltlich für unsere Gesellschaft engagieren, nimmt stetig ab, was mit Besorgnis zu sehen ist. Das Internet, die sozialen Medien, das Smartphone oder der Smart-TV sind insbesondere für die jüngere Generation interessanter, als in verstaubten Dokumenten oder auf Dachböden in unserer Vergangenheit zu wühlen.

Insofern stellt sich die Frage, wer sich in zehn, zwanzig oder gar dreißig Jahren dieser durchaus wichtigen Aufgabe annehmen wird. Deshalb hätte aus unserer Sicht noch ein Gedanke dazu in den Antrag gehört, wie die Landesregierung gedenkt, den Nachwuchs zu fördern. Wie kann auch bei jüngeren Generationen – vielleicht nicht bei den 18- bis 25-Jährigen, aber bei der Altersgruppe der 30er und 40er – Interesse an dieser zeitintensiven und, wie Sie selbst formuliert haben, mühseligen Arbeit geweckt werden? Diejenigen, die sich heute der historischen Aufarbeitung widmen, sind viel zu bescheiden, um von sich aus um eine Entschädigung – in welcher Form auch immer – zu bitten; freuen würden sie sich sicher dennoch darüber, und für die Nachwuchsförderung ist ein Anreiz sicher hilfreich.

In vielen Bereichen, die durch Ehrenamtliche überhaupt erst funktionieren, wird zumindest eine Anerkennungsprämie in Form einer Aufwandentschädigung gewährt. Es muss aber nicht immer Bares sein. Die in unserem Entschließungsantrag genannte Förderrichtlinie für die technische Ausstattung konkretisiert die Formulierung im Antrag der Koalition und soll ihnen zumindest finanzielle Entlastung bei der Beschaffung beispielsweise von Messoder Vermessungsgeräten, optischen Gerätschaften, Computern, Scannern, Druckern, Digitalisierungsgeräten zur Bild- und Filmarchivierung verschaffen. Wir sind überzeugt, dass dies durchaus einen Beitrag dazu leisten kann, das Interesse an dieser wichtigen Arbeit zu fördern.

Dass sich die CDU, Herr Brüning, nun gar nicht zu unserem Antrag geäußert hat, irritiert etwas. So schlecht, dass man zu ihm nicht auch ein Wort verlieren kann, ist er nun nicht. Zumindest hätte uns interessiert, ob Sie sich vorstellen können, ihn zu unterstützen, oder – falls nicht – warum Sie ihn nicht unterstützen können. Dazu können Sie vielleicht noch in Ihrer Schlussrunde vortragen.

Nun zu Herrn Scheetz. Herr Scheetz, ich hatte schon gestern in der Rede zum BER-Antrag auf Birgit Breuel Bezug genommen. Ich denke, das muss ich zukünftig öfter tun. Wie es nicht geht, wissen wir selbst. Ich denke, die Koalition sollte auch einmal versuchen, Lösungswege aufzuzeigen und zu sagen, wie etwas geht, wenn Sie der Meinung sind, derzeitig gehe etwas noch nicht. Die Förderrichtlinie, die wir anregen, soll ja, wenn es momentan nicht geht, gerade die Grundlage dafür schaffen. Insofern halten wir das für eine Ausrede Ihrerseits.

Ich mache das immer ungern, aber ich muss Ihnen einmal ganz ehrlich sagen: Wenn es möglich ist, dem reichsten Menschen der Welt für die Ansiedlung eines Unternehmens in Brandenburg eine dreistellige Millionensumme zur Verfügung zu stellen, dann sollte es uns auch möglich sein, einen fünfstelligen Betrag im Landeshaushalt zu finden, um für solche technischen Unterstützungen auch mal einen Euro „rüberwachsen“ zu lassen. Da passen die Verhältnisse nicht.

Insofern bitten wir um Zustimmung zu unserem Antrag. Wir werden dem Antrag der Linken zustimmen. Dem Antrag der AfD werden wir leider nicht zustimmen können. Dem Koalitionsantrag stimmen wir auch zu. – Danke schön.