Stets heißt es von der Landesregierung: Für eine Verbesserung der Bahnanbindung fehlt es an Geld. Dabei finanziert das Land Brandenburg den SPNV mit einem Betrag von inzwischen 405 Millionen Euro jährlich – Tendenz steigend. Wo versickern diese Gelder, wenn der Bürger keine Verbesserung wahrnimmt?

Eine dieser Stellen hat unsere Abgeordnete Christine Wernicke nun in der Uckermark entdeckt. Der Zustand der teilweise nur eingleisigen Strecke zwischen Angermünde und Stettin ist legendär schlecht. Manche umschreiben das Fahrgefühl auf einigen, scheinbar noch aus Kaisers Zeiten stammenden Abschnitten als Achterbahnfahrt. Zudem fährt die Bahn auf der Strecke nur alle zwei Stunden – zum Leidwesen der Bürger der Region.

Da sollte der Landesregierung klar sein, wo Investitionen gebraucht werden: Gleise verbessern, Stundentakt einführen. Stattdessen wird auf der Strecke Geld für Luxusprobleme ausgegeben. Mehrere Bahnstationen entlang der Strecke sollen für einen Millionenbetrag saniert werden. Auf die tatsächlichen Fahrgastzahlen hat da scheinbar niemand geschaut. Denn die liegen im Fall von Petershagen, Passow und Schönow nur zwischen 14 und 16 Fahrgästen am Tag. Die Bahn berechnet jedoch allein für die Bedienung der Haltepunkte zwischen 23.000 und 28.000 Euro im Jahr. Nun soll bei diesen Stationen jeweils noch einmal rund eine Million Euro an Sanierungskosten oben drauf kommen. Rechnet man das auf die 14-16 täglichen Nutzer runter, wäre es billiger, diesen täglich das Taxi zur nächsten Station zu zahlen und die Stationen nicht mehr zu bedienen.

Das so gesparte Geld könnte man dann in den Ausbau der Gleise und den langersehnten Stundentakt stecken …

Antwort auf Kleine Anfrage „Haltepunkte in der Uckermark“