Gedrosselte Windkraftanlagen in Bernau lärmen wieder – sorgt installierter „Schallschutz“ für mehr Lärm?

Monatelang hatten sich Anwohner über den Lärm der Windkraftanlagen zwischen Bernaus Ortsteilen Nibelungen und Pankeborn beschwert. Auf Antrag der Fraktion BVB / FREIE WÄHLER in der Stadtverordnetenversammlung wurde daraufhin eine Messung durchgeführt, die Grenzwertüberschreitungen feststellte. Zum Schutz der Anwohner wurde im Dezember 2019 eine Auflage zur nächtliche Drosselung der Anlagen erteilt. Die Anwohner konnten von da an wieder etwas ruhiger schlafen.

Seit Mitte 2020 gab es jedoch erneute Beschwerden über den nächtlichen Lärm der Anlagen. Die gedrosselten Anlagen schienen den Anwohnern wieder so laut wie zuvor. Landtagsabgeordneter Péter Vida stellte daher eine erneute Anfrage an die Landesregierung. Laut deren Antwort arbeiten die Betreiber der Windkraftanlagen daran, die dauerhaften Auflagen wieder aufzuheben. Hierfür wurden zwischen Juni und September sogenannte Sägezahnhinterkanten (Serrations) an den Rotoren installiert. Von diesen erhofft man sich offensichtlich eine geringfügige Reduktion oder zumindest Verschiebung der Lärmemissionen in andere Frequenzbereiche, um die Grenzwerte möglicherweise knapp einhalten zu können.

Am Abend des 8. Oktober und in der Nacht vom 1. zum 2. November wurden zudem erneut Schallmessungen durchgeführt. Sie sollen offensichtlich eine Begründung für die Aufhebung der Drosselungen liefern. Die Ergebnisse der Messungen liegen dem Landesamt für Umweltschutz jedoch noch nicht vor. Péter Vida hierzu: „Alles, was die Anwohner bisher von den Maßnahmen mitbekommen, ist ein Anstieg der Lärmbelästigung. Wenn das am Ende zu einer Aufhebung der Drosselungen führt, wäre das nicht nachvollziehbar. Wir werden auf allen Ebenen an der Sache dranbleiben.“

Zur Antwort auf die Kleine Anfrage