Der Antrag der Landtagsfraktion BVB / FREIE WÄHLER auf Einrichtung eines Rettungshubschrauberstandortes in Neuruppin ist in der jüngsten Landtagssitzung mit knapper Mehrheit abgelehnt worden.

Die Vorlage begründete Fraktionsvorsitzender Péter Vida. So wies er auf die Notwendigkeit eines engmaschigen Rettungshubschrauber-Netzwerkes im ganzen Land und die mangelnde Datenerhebung seitens der Landesregierung hin. Das fachliche Meinungsbild der Ärzteschaft und die Studie des Institutes Forplan aus dem letzten Jahr sind dabei eindeutig: Ein Rettungshubschrauber in Neuruppin wird gebraucht. Dieser darf auch nicht auf Kosten der Perleberger Station gehen.

Für die Koalition sprach der Cottbusser Arzt Michael Schierack (CDU). Er vertrat die Auffassung, dass eine Auslastung der anderen Rettungshubschrauber nicht gegeben sei, sodass keine Notwendigkeit für einen weiteren bestünde. Gesundheitsministerin Nonnemacher (Grüne) schloss sich dem an und erklärte, dass der Einsatz des Hubschraubers nicht rettungsfristrelevant sei.

In seiner Erwiderung erklärte Péter Vida, dass im Landkreis Ostprignitz-Ruppin nur in 88,8% der Fälle die 15-minütige Rettungsfrist eingehalten wird, was Handlungsbedarf zeigt. Zudem dürfen bei der Anschaffung von Rettungsmitteln Wirtschaftlichkeitsaspekte wie Auslastung und Kannibalisierungseffekte aus ethischen Gründen nicht im Vordergrund stehen.

Knapp wurde es bei der Abstimmung des Antrages. Da zahlreiche Abgeordnete der Koalition nicht im Plenarsaal waren, wurde hektisch telefoniert, um sie zur Abstimmung in den Raum zu holen. Nur durch ein schnelles Hereinholen konnte die Kenia-Koalition eine knappe Mehrheit für die Ablehnung des Antrages zusammenbekommen.

Aus fachlicher und regionalpolitischer Sicht bleibt es dabei: Der Rettungshubschrauber wird gebraucht. Deswegen wird BVB / FREIE WÄHLER an der Forderung dranbleiben und alles dafür tun, den Druck zur Realisierung aufrechtzuerhalten.

Presseecho:

“ – MAZ, 16.11.2020