Afrikanische Schweinepest ist aus Polen nach Brandenburg eingeschleppt worden – Christine Wernicke hatte im Mai mit Kleiner Anfrage gewarnt

Bereits im Mai hatte sich unsere Landtagsabgeordnete Christine Wernicke in der Kleinen Anfrage  „Afrikanische Schweinepest immer noch eine Gefahr“ nach dem Sachstand der Vorbereitung erkundigt und darauf aufmerksam gemacht, dass die Gefahr immer noch akut ist. So wurden vom 14. November 2019 bis zum 14. Mai 2020 im unmittelbar an das Land Brandenburg angrenzenden Gebiet in der Woiwodschaft Lebus 803 Fälle gemeldet.

Doch die Abgrenzung zu Polen war eher mangelhaft. So nutzt Mecklenburg-Vorpommern dickes Stacheldraht-Geflecht, um infizierte Tiere an der Grenze zu stoppen. In Brandenburg verwendet man hierfür nur einfache elektrische Weidezäune, die jedoch als nicht sonderlich robust gelten. Wenn es ein Wildschwein schafft, durch die Oder zu schwimmen, ist so ein Zaun kein Hindernis.

So kam es wie es kommen musste: Mindestens ein infiziertes Wildschwein schafft es nach Brandenburg. Vor Ort hätte nun schnellstens gehandelt werden müssen. Doch das geschah nicht. So war am Donnerstag zu vernehmen, dass man es auch am Freitag nicht mehr schafft, einen Zaun zu errichten. Das würde erst bis Montag passieren. Das ganze Wochenende über konnten sich die potentiell infizierten Wildschweine also frei bewegen. Sie hatten Zeit, sich in alle Richtungen zu verteilen, zumal auch der Kadaver schon einige Tage alt war. Dass sie dabei zufällig alle im nun abgesperrten 3-km-Umkreis blieben, dürfte unwahrscheinlich sein.

Eigentlich kann man nur hoffen, dass sich kein anderes Tier angesteckt hat. Denn andernfalls dürfte die Ausbreitung über die Sperrzone hinaus kaum noch aufzuhalten sein. Obwohl die Krankheit für Menschen ungefährlich ist, gibt es bereits jetzt erste schwere Konsequenzen: China hat die Importe von Schweinefleisch aus der EU gestoppt, um die eigenen Schweine nicht anzustecken. Damit ist für ganz Deutschland, den drittgrößten Schweinefleisch-Produzenten der der Welt, der weltgrößte Absatzmarkt weggebrochen. Und es drohen bei weiterer Ausbreitung Massenkeulungen zigtausender Schweine.

Für Dienstag, den 15.09.2020 ist eine Sondersitzung des Landwirtschaftausschusses im Landtag geplant.

Antwort der Landesregierung auf Kleine Anfrage „Afrikanische Schweinepest immer noch eine Gefahr“