Angesichts der Auswirkungen von COVID-19 setzen zahlreiche Arbeitgeber auf den Schutz ihrer Mitarbeiter. Dabei ist die Arbeit im Homeoffice die gängigste Methode, Arbeitsstrukturen weitestgehend aufrechtzuerhalten und trotzdem den Mitarbeitern den notwendigen Schutz zu gewähren.

Für den Landtagsabgeordneten Matthias Stefke war von Interesse, inwieweit die Landesverwaltung für das mobile Arbeiten der Landesbediensteten technisch ausgestattet ist. Deshalb fragte er diesbezüglich mit einer parlamentarischen Anfrage bei der Landesregierung nach.

Festzustellen ist, dass die Landesregierung mit der Sofort-Strategie der brandenburgischen Landesverwaltung zum Umgang mit dem Corona-Virus während der Phase der Pandemie zwar auf die aktuelle Lage reagiert hat, allerdings ist die unzureichende technische Ausrüstung der Landesverwaltung dafür ursächlich, dass nicht einmal 10 Prozent aller Beschäftigten ihre Arbeit im Homeoffice verrichten können.

Zum 01.05.2020 arbeiteten 47.668 Beschäftigte in der unmittelbaren Landesverwaltung. Gemäß der von der Landesregierung entworfenen Sofort-Strategie haben zurzeit 3.222 Beschäftigte in sog. Schlüsselfunktionen die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu können. Insgesamt, so ist der Antwort der Landesregierung zu entnehmen, existieren derzeit lediglich ca. 5.500 mobile Endgeräte.

Matthias Stefke sieht hier dringenden Handlungsbedarf: „Es ist unbestritten, dass eine Verwaltung nicht in voller Mannstärke ins Homeoffice geschickt werden kann oder soll, was sich bereits aus dem notwendigen direkten Kontakt zum Bürger und aus spezifischen Verwaltungsaufgaben in den Bereichen Bildung, Erziehung, Wissenschaft, Kultur sowie der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ergibt.“

Nach Auffassung von BVB / FREIE WÄHLER müssen die Strukturen und Prozesse in den öffentlichen Verwaltungen noch stärker zukunftsorientiert ausgerichtet werden. In Zeiten der Pandemie haben sich andere Arbeitsweisen – wie bspw. das Homeoffice – bewährt. Diese sollten ausgebaut werden, um den Beschäftigten zumindest die Möglichkeit zu bieten, die Arbeit auch von zu Hause aus verrichten zu können.

Immer wieder haben öffentliche Verwaltungen Probleme, geeignete Bewerber auf dem Arbeitsmarkt zu finden, weil der privatwirtschaftliche Sektor in den digitalen Bereichen oft weiter ist.

Stefke: „Wenn wir es schaffen, die Verwaltungen umfassender zu digitalisieren und somit zukunftsorientierte Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen anzubieten, ist das sicher auch ein Signal für den Arbeitsmarkt.“

BVB / FREIE WÄHLER fordert in einem ersten Schritt, die Voraussetzungen zum Homeoffice für alle Beschäftigten in Schlüsselfunktionen zu schaffen.

Die Digitalisierung und damit Modernisierung der Verwaltung insgesamt sieht BVB / FREIE WÄHLER als eines der wichtigen Zukunftsthemen und wird hierzu Vorschläge in den kommenden Haushaltsberatungen unterbreiten.

Lesen Sie die Antwort der Landesregierung auf die parlamentarische Anfrage anbei.