Bereits am Mittwoch – in der 17. Sitzung des Landtags Brandenburg – beschäftigten sich die Abgeordneten des Landtags mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bildung im Land Brandenburg im Rahmen einer Aktuellen Stunde. Während der Schwerpunkt hier vor allem auf den mangelhaften Ausbau der digitalen Infrastruktur gelegt wurde, nahm die AfD ihre Aktuelle Stunde am Folgetag zum Anlass, den „Bildungsnotstand“ in Brandenburg auszurufen.

Unser Fraktionsvorsitzender Péter Vida wies darauf hin, dass dieser „Bildungsnotstand“ in keinerlei Verhältnis zur Arbeitsleistung der Lehrer und intellektuellen Leistung der Schüler stehen würde. Vielmehr sollten Schulen individuell und mit Augenmaß den völlig unterschiedlich gelagerten Bildungs- und Wissensausfall kompensieren und sich nicht nach einem generellen Konzept richten müssen. Ein pauschales Konzept ist aufgrund der Vielseitigkeit der Bildungslandschaft und der unterschiedlichen Betroffenheit in den einzelnen Schulen nicht zielführend.

Daher verlangt BVB / FREIE WÄHLER schulbezogene Maßnahmen und konzeptionelle Betrachtungen bei grundsätzlichen Problemen in der Bildung, um Schüler und Lehrer zu stärken.

Es sollte jedoch auch nicht aus den Augen verloren werden, dass der akute Nachholbedarf im Bereich der Digitalisierung in einem führenden Industrieland nicht in dieser Form bestehen sollte. Auch wenn für das neue Schuljahr ein Regelbetrieb vorhergesehen ist, sind wir vor einer möglichen zweiten Infektionswelle nicht gefeit. Daher ist die technische Ausstattung vieler Schulen noch immer unzureichend. Hiermit sind nicht nur der Zugang und die Nutzung von Lernplattformen, sondern auch die Ausstattung des einzelnen Schülers gemeint. Nicht jedem Elternhaus ist es finanziell möglich, sein Kind mit der neusten Technik auszustatten. Hier ist es erforderlich, dass seitens des Landes Möglichkeiten geschaffen werden, damit sich die sozialen Unterschiede nicht noch gravierender auf die Kinder in solchen Krisensituationen auswirken. Denn gerade während der Corona-Pandemie fallen die Chancenungleichheiten noch mehr auf. Die Landesregierung sollte hierbei alles daransetzen, dass alle Kinder und Jugendlichen den gleichen Zugang zu Bildung erhalten.