Die Landtagsfraktion BVB / FREIE WÄHLER fordert die Öffnung von Fitnessstudios und Strandbädern. Hierzu braucht es die Aufhebung angeordneter Betriebsschließungen, wenn grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden können.

Die Maßnahmen gegen Corona wirken besser, als zunächst prognostiziert. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Brandenburg ist am 18.05. auf etwa 230 gesunken. In den vergangenen sieben Tagen gab es im gesamten Bundesland gerade noch 62 neue Infektionen. Fünf der Landkreise bzw. kreisfreien Städte hatten in den letzten sieben Tagen gar keine bestätigten Neuinfektionen. Aus Sicht der BVB / FREIE WÄHLER Fraktion ist es angesichts dieser erfreulichen Zahlen angebracht, die Maßnahmen gegen Corona weiter zu lockern, um unnötige wirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Angeordnete Betriebsschließungen aufgrund von Corona sollten generell aufgehoben und durch Hygieneauflagen ersetzt werden.

Ein Beispiel, bei dem dies dringend notwendig ist, sind die rund 250 Fitnessstudios in Brandenburg. In vier Bundesländern dürfen Fitnessstudios unter Hygieneauflagen bereits wieder öffnen (Sachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen). Weitere Bundesländer haben bereits Hygieneauflagen bekanntgegeben und Termine zur Öffnung angekündigt.

Brandenburg hält hingegen die Schließung auch nach zwei Monaten weiter aufrecht. Dabei wird weder ein Termin der Öffnung noch werden Hygieneauflagen, auf die sich die Betreiber in der Zeit des Leerlaufs schon einrichten könnten, benannt. Dies ist nach dem gebrochenen Versprechen zur Soforthilfe ein zweiter Nachteil für diese Unternehmer.

Ebenfalls ist alsbald die Öffnung der Strandbäder zu ermöglichen. Es trägt nicht zur Senkung des Infektionsrisikos bei, wenn die Bürger seitens der Landesregierung auf wilde Badestellen verwiesen werden, sodass deren gedrängte Nutzung erfolgt. Währenddessen sind die besser ausgestatteten Strandbäder die einzigen Stellen, die geschlossen sind. Dies widerspricht allen Kriterien einer angemessenen Prävention und sinnvollen Risikoverteilung. Daher sollten auch diese Badestellen, sinnvollerweise nach Pfingsten, öffnen.

Ein Beispiel für die Folgen der Schließungen: Fitnessstudio S5 in Fredersdorf-Vogelsdorf

Das Studio wurde Ende letzen Jahres baulich erweitert, die zusätzlichen Kapazitäten wurden mit modernen Geräten bestückt und das ganze Studio digital auf die aktuellen Standards aufgerüstet. Doch nur gut zwei Monate konnte das Studio mit der moderneren Ausstattung arbeiten. Dann kam der Stopp!

Die Inhaberin Frau Bergner musste das Studio am 18.03.2020 um 12.00 Uhr schließen – vor genau zwei Monaten. Acht Angestellte und fünf freie Mitarbeiter sind seitdem im Leerlauf. Die hohen Investitionskosten verursachen über Leasingraten, Kredittilgung und Mieten einen Finanzbedarf von 42.000 Euro monatlich.

Frau Bergner hat über das Coronahilfsprogramm des Landes lediglich 15.000 Euro Soforthilfe erhalten. Stand heute hat sie jedoch mangels Umsatz bereits ca. 65.000 Euro Verluste eingefahren. Jeder Tag, an dem das Studio früher wieder öffnen kann, würde helfen. Und Platz wäre genug vorhanden, um Abstands- und Hyieneregeln einzuhalten.

Youtube: Gespräch mit Selbständigen vor dem Landtag

Presseecho:
Trotz Coronaregelung des Landes – Erster Landkreis macht Kitas normal auf PNN 19.05.2020